Saitenschiff - Eine Idee und was daraus wurde

Alles begann Anfang 1998: Reinhold Prigge, ein immer kreativ und zuweilen unkonventionell denkender und handelnder Universalhandwerker und Erzieher, kam zu Reha-Steglitz, um dort dien Zuverdienst für psychisch erkrankte Menschen auszubauen.

Von einer befreundeten Musiklehrerin hatte er erfahren, dass in deren Schule 20 einfachere Gitarren im Müll landen sollten, weil sich die Reparatur nicht mehr lohne. So entstand die Idee einer Werkstatt, in der psychisch erkrankte Menschen unter Anleitung Musikinstrumente für Schulen reparieren.

Da bei Reha-Steglitz Ideen abseits der ausgetretenen Pfade immer gefragt sind, stieß er auf offene Ohren und tatkräftige Unterstützung. So entstand im Herbst´98 die Werkstatt für Musikinstrumentenreparatur "Das Saitenschiff", zunächst innerhalb des Tageszentrums Kamenzer Damm. 
Aus Platzmangel zog die Werkstatt 2001 in Räumlichkeiten in der Kaulbachstraße.
Dort wurde der neue Laden aufgebaut, in dem gebrauchte und neue Instrumente sowie Zubehör verkauft werden. 

Ein sehr wichtiger Pfeiler des "Saitenschiffs" ist die kostengünstige Reparatur von Gitarren und anderen Saiteninstrumenten, Xylophonen, Schlaginstrumenten, usw. mit verschiedensten Defekten. Das Saitenschiff stellt keine Konkurrenz zu professionellen Werkstätten dar: "Zu uns werden keine hochwertigen Musikinstrumente gebracht. Dafür reparieren wir jede Klampfe, bauen aus zwei alten auch mal eine neue zusammen".

Ein wichtiger Kundenkreis sind Schulen: Mittlerweile werden für viele Berliner Schulen Musikinstrumente repariert; mit einigen davon bestehen Wartungsverträge.

Das Saitenschiff bietet ein Spektrum von Arbeiten mit unterschiedlichen Anforderungen, vom Abschleifen und einfachen Reinigungsarbeiten bis hin zur Korrektur der Intonation von Gitarren, von der einfachen Holzbearbeitung und Metallverarbeitung über Oberflächenbehandlung, Elektrotechnik usw. bis hin zu Tätigkeiten im Verwaltungs- und Verkaufsbereich.

Dass das Projekt gelungen ist, beruht zu einem guten Teil auf dem ressourcenorientierten Ansatz und dem Kunststück, Menschen zu begeistern. Die Zuverdiener/innen blühen auf, entwickeln Begeisterung und identifizieren sich mit ihrer Tätigkeit und dem Projekt: "Wenn bei ihnen ein Feuer brennt, werfen sie auch in Konfliktsituationen nicht so schnell das Handtuch; das macht sie selbstbewusster, und es findet eine Entwicklung statt".

"Musik ist das geeignete Mittel, um Menschen zusammenzubringen. " Die musikalischen Aktivitäten rund um das Saitenschiff florieren. Mittlerweile sind mehrere Bands entstanden, die für Auftritte engagiert werden können.
 
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